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0. Gliederung

1. Vorwort

2. Die intellektuelle Neue Rechte als Teil der neuen  radikalen Rechten
2.1. Definition
2.2. Grundlagen
2.3 Bewegungs- und    Netzwerkcharakter
2.4. Akteure
2.5. Organisationen


3. Bevorzugte Diskursfelder und Strategien des Agierens  der intellektuellen Neuen Rechten
3.1. Bevorzugte Diskursfelder
3.2. Strategien des Agierens

4. Dokumente aus dem Netzwerk und (ideologie-)kritische Verortungen
4.1. Religiöse Neuorientierungen
4.2. Antisemitismus
4.3. Sexismus/Biologismus
4.4. Ethnische Pluralität / Völkischer Nationalismus
4.5. Biopolitik
4.6. Historisierung des Faschismus / Geschichstrevisionismus
4.7. Revision der europäischen Nachkriegsordung
4.8 Betonung der Eliten / Führerdemokratie
4.9. Kritik des Liberalismus
4.10 Kritik linker  Meinungsführerschaft
4.11 Innere Sicherheit

5. Bildungsmodule für Seminare, workshops und Vortragsveranstaltungen
5.1 Politische Bildung als teilnehmerInnenorientierter, lebensweltbezogener und Deutungen anbietender Prozess
5.2 Bildungsmodule


6.
Zusammenfassung und abschließende Thesen

6.1 Zusammenfassung
6.2 11 Thesen zu politischer Bildung zum Phänomen "neue radikale Rechte"


7. Kommentierte Literaturliste

7.1 zur neuen radikalen Rechten (Gegenwart und Vergangenheit)
7.2. zu Methoden er Analyse und zur politischen Bildung

Bibliographie (zusätzlich verwendeter Literatur)

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Links:
Lexikon Rechtsextremismus
Blick nach Rechts

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Kontakt zum Autor:
Helmut Brinkmann


7. Kommentierte Literaturliste


7
.1 zur intellektuellen Neuen Rechten (Gegenwart und Vergangenheit)

Assheuer, Thomas/Sarkowicz, Hans: Rechtsradikale in Deutschland, Die alte und die neue Rechte, München 1992

Im ausführlichen dritten Abschnitt wird das „Weltbild der ‚Neuen Rechten’“ sehr umfang- und detailreich dargestellt. Assheuer/Sarkowicz verstehen es, den teils nicht einfachen Stoff in einer anregenden und allgemeinverständlichen Sprache zu vermitteln.

Benthin, Rainer: Die Neue Reche in Deutschland und ihr Einfluss auf den politischen Diskurs der Gegenwart, Frankfurt am Main/Berlin/Bern 1996

Hier wird eine bewegungsanalytische Bestimmung der Neuen Rechte auf dem Hintergrund der Bewegungstheorie von Hans-Gerd Jaschke (zu den neuen sozialen Bewegungen der 80er Jahre) vorgenommen. Darüber hinaus werden von Rainer Benthin die unterschiedlichen Partizipationsebenen und diskursiven Verstrickungen der Neuen Rechten diskutiert.

Brauner-Orthen, Alice: Die Neue Rechte in Deutschland, Antidemokratische und rassistische Tendenzen, Opladen 2001

Die Berliner Journalisten Brauner-Orthen legt hier ihre Dissertation vor, die im Hauptteil sich der Ideologie und Programmatik der Neuen Rechten der neunziger Jahre widmet. Einen Schwerpunkt der Analyse bildet die Verflochtenheit von Neuer Rechter und Burschenschaften. Nicht sonderlich systematisiert, aber detailreich wird der Einfluss neu-rechter Akteure auf die politische Mitte untersucht.

Butterwegge, Christoph/Hentges, Gudrun (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen, Münster 1999

Verschiedene Einzelstudien werden in dem Buch vorgestellt, die sowohl die Burschenschaften, Gildenschaften und sonstige Korporationen an Hochschulen behandeln als auch das Wirken einzelner extrem-rechter Hochschullehrer. Auch wird der Frage nachgegangen, wie sich allgemein die politischen Profile deutscher StudentInnen in den letzten Jahren entwickelt haben.

Cremet, Jean/Krebs, Felix/Speit, Andreas: Jenseits des Nationalismus, Ideologische Grenzgänger der „Neuen Rechten“ – Ein Arbeitsbericht, Hamburg/Münster 1999

Besonders lesenswert in diesem Buch ist der Beitrag von Jean Cremet, der anhand der Themen Metapolitik und Geopolitik eine Durchdringung Osteuropas durch die „Neue Rechte“ im Entstehen begriffen sieht.

Andreas Speit beschäftigt sich eher allgemein mit der „Neuen Rechten“, Felix Krebs mit dem Zeitungsprojekt „Junge Freiheit“.

Cremet, Jean: Die extreme Rechte auf der Suche nach neuen ideologischen Ansätzen – Positionen und Polemik -, Jena 1999

Anhand des Handelns der extremen Rechten in den Auseinandersetzungen zum Jugoslawien-Krieg und zur Globalisierung (Antikapitalismus von rechts) sowie einer Beschreibung der neuen Ausgabe der „Elemente“ (Zeitschrift des Thule-Seminars) erläutert Cremet seinen spezifischen Blick auf dieses politische Phänomen. Er diagnostiziert, dass sich die extreme Rechte in einem Umbruchprozess befindet, aus dem die NPD entweder gestärkt hervorgehen oder aber aus der Parteienlandschaft verschwinden wird.

Feit, Magret: Die „Neue Rechte“ in der Bundesrepublik, Organisation -  Ideologie – Strategie, Frankfurt am Main/New York 1987

Diese Untersuchung ist eine der ersten, die in der Deutschland zu diesem Thema durchgeführt wurden. Der Arbeitsbegriff, den Margret Feit verwendet, war lange Zeit unumstritten und ist erst in den letzten Jahren modernisiert worden. Feit stellt sehr ausführlich die (mittlerweile) historischen Vorläufer der „Neuen Rechten“ in der Bundesrepublik Deutschland, also vor 1989, dar.

Gess, Heinz: Vom Faschismus zum Neuen Denken, C.G .Jungs Theorie im Wandel der Zeit, Lüneburg 1994

Heinz Gess, Soziologie-Professor an der Fachhochschule Bielefeld, gibt in diesem Band einen guten, teils aber wohl überzogenen Überblick über die ideologischen Gemeinsamkeiten der Neuen Rechten und des New Age/Esoterik. Dabei konzentriert er sich auf diejenigen Autoren im New Age, welche mehr oder minder eindeutig auf die Schriften C.G. Jungs zurückgreifen. Er weist nach, wie Jungs Archetypenlehre eine gesellschaftlich rückwärtsgerichtete Theorie darstellt und auch deshalb mit Theorien der extremen Rechten in Kompatibilität zu bringen ist.

Gessenharter, Wolfgang/Fröchling, Helmut (Hrsg.): Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland, Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes? Opladen 1998

In diesem Band wird der spezifische Ansatz von Wolfgang Gessenharter in seinen Beiträgen deutlich. Es sind jedoch auch Autoren vertreten, die andere Schwerpunkte bzw. andere Begrifflichkeiten verwenden. Besonders lesenswert sind die Beiträge, die internationale Aspekte des Rechtsextremismus beleuchten, so Reinhold Gärtners Beitrag über den neurechten Populismus in Österreich und Michael Minkenbergs Aufsatz zur Erneuerung der radikalen Rechten in westlichen Demokratien an den Beispielen USA, Frankreich und Deutschland.

Greiffenhagen, Martin: Das Dilemma des Konservatismus in Deutschland, Frankfurt am Main 1986

Der Politikwissenschaftler Martin Greiffenhagen legt hier eine der umfassendsten und systematischsten Abhandlungen über den Konservatismus in Deutschland vor. Er beleuchtet diese politische Phänomen in seiner Totalität ebenso wie in den entlegeneren Facetten. Sehr dezidiert wird die „Konservative Revolution“ behandelt, ihr ideologischer Rahmen ebenso wie ihre politisch-praktische Orientierung.

Hethey, Raimund/Kratz, Peter: In bester Gesellschaft, Anifa-Recherche zwischen Konservatismus und Neo-Faschismus, Göttingen 1991

An den Beispielen New Age, Ökologie, akademischem Faschismus und der Europapolitik der Neuen Rechten versuchen die Autoren, jeweils zwischen Konservatismus und Neo-Faschismus liegende politische Positionen nachzuweisen und zu bestimmen.

Hundseder, Franziska: Rechte machen Kasse, Gelder und Finanziers der braunen Szene, München 1995

Die Journalisten Franziska Hundseder versucht in ihrem Buch, die wesentlichen Finanziers der extremen Rechten auszumachen, Strategien der Geldbeschaffung zu benennen und auch den Einfluss der Parteienfinanzierung auf die Szene zu beleuchten. Es fallen eine Menge Namen, die auch in dieser Studie vorkommen.

Kellershohn, Helmut (Hrsg.): Das Plagiat – Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit, Duisburg 1994

Kellershohn und weitere AutorInnen aus dem Umfeld des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung legten hier die erste größere Studie zur Jungen Freiheit vor, die einen Anspruch auf systematische Analyse dieser für die intellektuelle Neue Rechte wohl wichtigsten Zeitung in Deutschland erheben konnte. Es werden die einzelnen Akteure und deren politische Entwicklung ebenso dargestellt wie die ideologischen Hintergründe.

Leggewie, Claus: Der Geist steht rechts, Ausflüge in die Krise der Union, Berlin 1989

Leggewie stellt in modernistischer Begrifflichkeit Entwicklungstendenzen des Konservatismus in Deutschland dar und kommt zu dem Schluss, dass sich der Konservatismus zwischen einer alteuropäischen Ethik und der Neuen Rechten befinde.

Lenk, Kurt: Rechts, wo die Mitte ist, Baden-Baden 1994

Der Politologe Kurt Lenk stellt in diesem Band verschiedene Aufsätze zusammen, die sich im Umfeld unseres Themas befinden. Zunächst wird jedoch die Methode der Ideologiekritik umfangreich erläutert.

Lohmann, Hans-Martin (Hrsg.): Extremismus der Mitte, Vom rechten Verständnis deutscher Nation, Frankfurt am Main 1994

Lohmann hat in diesem Band eine Vielzahl von AutorInnen versammelt, die unterschiedliche Aspekte eines möglichen „Extremismus der Mitte“ beleuchten, wobei die spezifische Definition dieses Begriffes eher nicht stattfindet. Trotzdem wird deutlich, worum den AutorInnen geht: um die Anschlussfähigkeit einer Vielzahl neu-rechter Themen in der Mitte der Gesellschaft.

Mantino, Susanne: Die ‚Neue Rechte’ in der ‚Grauzone’ zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus, Frankfurt am Main/Berlin/Bern 1992

Mantino nimmt eine Standortbestimmung der „Neuen Rechten“ Anfang der neunziger Jahre vor und wendet Begrifflichkeiten wie „Netzwerk“ unter Berücksichtigung von Arbeiten von Jaschke an. In der Darstellung der Ideologie der „Neuen Rechten“ wendet sie sich besonders dem ‚Neuen Nationalismus’ und dem Konzept der ‚identitätsstiftenden Stammkultur’ zu. Sie behandelt Autoren wie Armin Mohler, Bernard Willms, Pierre Krebs u.a.

Mecklenburg, Jens (Hrsg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996

Dieses voluminöse Werk (1052 Seiten), vom Verlag nach juristischen Auseinandersetzung nicht neu aufgelegt, stellt einen umfassenden Überblick über die gesamte extreme Rechte in der Deutschland dar. Es werden sowohl thematische Erläuterungen gegeben als auch alle wichtigen Akteure, Organisationen und  Publikationen abgehandelt.

Müller, Jost: Mythen der Rechten, Nation, Ethnie, Kultur, Berlin-Amsterdam 1995

Im Wesentlichen stellt Müller systematisch klar den Mythos der Nation dar, dann aber auch rechtsextreme Theorien über Ethnizität und Rassismus. In einem weiteren Kapitel wendet er sich der Aktualisierung der „Konservativen Revolution“ in der Deutschland zu.

Pfahl-Traughber, Armin: „Konservative Revolution“ und „Neue Rechte“. Rechtsextremistische Intellektuelle gegen den demokratischen Verfassungsstaat, Opladen 1998

Pfahl-Traughber legt eine gründliche Studie über die Neue Rechte vor, deren Prämissen allerdings hier nicht geteilt werden. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Köln legt er seiner Arbeit einen extremismustheoretischen Begriff zugrunde, der die Neue Recht eindeutig dem Lager des Rechtsextremismus zuordnet.

Entsprechend schränkt er, im Vergleich etwa zu Gessenharter, Minkenberg und anderen, das Phänomen erheblich ein – und zwar auf diejenigen neu-rechten Akteure, die sich in der Tradition der „Konservativen Revolution“ sehen.

Ausführlich ist seine Beschreibung der historischen Vorläufer der heutigen Neuen Rechten: Carl Schmitt , Oswald Spengler u.a. werden ebenso vorgestellt wie die politischen Clubs, in denen sie tätig waren und deren Ideologien,. Im ersten Exkurs beschreibt Pfahl-Traughber die Sympathisanten des mussolinischen Faschismus; in einem zweiten die französische Neue Rechte, die ja auch für die deutsche Formation von erheblicher Bedeutung ist, um sich abschließend den derzeit transportierten Weltanschauungen und den wichtigsten Akteuren zu zuwenden.

Reinalter, Helmut/Petri, Franko/Kaufmann, Rüdiger (Hrsg.): Das Weltbild des Rechtsextremismus, Strukturen der Entsolidarisierung, Insbruck/Wien 1998

In diesem Band befinden sich, unter verschiedenen Themenfeldern gegliedert, zahlreiche erhellende Beiträge zum Thema.  Dabei geht es sowohl um das „Weltbild des Irrationalismus“, die „Neue Rechte und den Revisionismus“, den „akademischen Rechtsextremismus“ und, hier sehr umfassend thematisiert, um die „Entsolidarisierung und Gewalt gegen ‚das Fremde’“. Das Buch konzentriert sich zwar auf die Verhältnisse speziell in Österreich, lässt sich in vielen Fragen aber auch in der Bedeutung auf Deutschland übertragen.

Schmidt, Friedemann: Die Neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs, Wiesbaden 2001

Anhand des Beschreibung der Diskursentwicklung und auf der Grundlage der Analyse einzelner Diskursfragmente in der Zeitschrift „Criticón“ zeigt Schmidt, wie nach dem Umbruch 1989 eine parallele Entwicklung zwischen der politischen Elite und der intellektuellen Neuen Rechten zu einer Normalisierung Deutschlands im Sinne des Wegfalls „antinationaler“ Tabus stattgefunden hat. Er definiert zunächst die Rahmenbedingungen des Handelns der Neuen Rechten, die Strategie des Gewinnens der kulturellen Hegemonie und die Theorie der notwendigen Entscheidungen im „Ernstfall“ (Carl Schmitt).

Dann stellt er die „politische Lageanalyse“ der Neuen Rechten, wie sie in „Criticón“ in den 90er Jahren vorgenommen wurde, ausführlich vor, um sich schließlich einzelnen Politikfeldern zu zuwenden, in denen diese Analyse in konkrete Diskursbeiträge münden. Schmidt macht unterschiedliche Phasen der Neuen Rechten aus: solche, in denen ein gewisser Überschwung in der Beurteilung der eigenen Möglichkeiten vorherrschend war (1989 – 1993) – und solche der Ernüchterung (ab 1994).

Der Autor legt in dieser Studie, zugleich seine Dissertation in Kommunikationswissenschaft, eine sehr detaillierte Studie vor, die zudem spannend zu lesen ist und als Lektüre für Profis in der politischen Bildung, auch jenseits des konkreten Themas, unbedingt zu empfehlen ist. Das Buch ist erhellend, weil es den kommunikativen Rahmen, in dem politische Entwicklungen sich ereignen, an einem konkreten Beispiel beleuchtet.

Stöss, Richard: Die extreme Reche in der Bundesrepublik, Entwicklung – Ursachen – Gegenmaßnahmen,  Opladen 1989

Stöss beschreibt die gesamte Entwicklung der extremen Rechten in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Die Neue Rechte findet hier nur am Rand Erwähnung; das Buch von Stöss kann jedoch als Grundlagenwerk eingestuft werden.

Widerspruch, Beiträge zur sozialistischen Politik Nr. 39: Themenheft Rechtspopulismus, Zürich 2000

Die Redaktion von Widerspruch hat in diesem Themenheft unterschiedliche Autoren das Thema Arbeit und Solidarität im Zusammenhang mit dem Siegeszug des Rechtspopulismus diskutieren lassen. Dabei geht es u.a. um die Mitverantwortung sozialdemokratischer Parteien und der Gewerkschaften für die überraschend deutlichen Erfolge rechtspopulistischer Parteien.

Wölk, Volkmar: Natur und Mythos, Duisburg 1992

In diesem schmalen Bändchen der Reihe DISS-Texte beschreibt Volkmar Wölk die Ökologie-Konzeption der Neuen Rechten am Beispiel von Hennig Eichberg auf der einen Seite und des (mittlerweile aufgelösten) Weltbund zum Schutze des Lebens – Deutschland e.V. andererseits. Er geht dabei auch auf die Rolle des New Age und der Anthroposophie ein.

Zuckermann, Moshe: Gedenken und Kulturindustrie, Berlin 1999

Zuckermann weist anhand der ideologiekritischen Analyse dreier Diskurbeiträge nach, wie schnell sich seit 1989 die politische Normalität, gerade auch im linksliberalen Milieu, in Deutschland verändert hat. In diesem Band geht es folglich nicht direkt um eine Analyse der intellektuellen Neuen Rechten, sondern um mögliche Stichwortgeber aus dem linksliberalen Milieu für einen Extremismus der Mitte. Dabei finden wir in der kritischen Analyse zweier Beiträge so überraschende Namen wie Hans-Magnus Enzensberger und Hans-Ulrich Wehler.